Tinnitus-Yoga – Ohrgeräusche und Selbsthilfe mit Yoga-Übungen

Tinnitus-Yoga – Ohrgeräusche und Selbsthilfe mit Yoga-Übungen

Tinnitus-Yoga gehört zu den häufigsten Suchanfragen im Blog. Hier hab ich eine ganze Übungsreihe zusammengetragen, die sich auf tinnitus-relevante Übungen konzentriert.

FRAGE

Ich habe seit einigen Jahren Tinnitus, und möchte gerne wissen, was ich mit Yoga dagegen tun kann.

ANTWORT

Tinnitus-Ursache *

Bei Tinnitus haben wir es mit beschädigten Gehörzellen zu tun.

Die Schädigung entsteht aufgrund einer stressigen Situation, wie z.B. hohe nervliche Belastung oder große Lautstärke. Es gibt auch andere Gründe dafür. Oft ist der Grund nicht bekannt, warum ein Tinnitus entstanden ist.

Besteht die Beschädigung noch nicht allzu lang, dann besteht die Chance auf Heilung.

Die Schulmedizin geht davon aus, dass die Zeitgrenze für die Wiederherstellung eines tinnitus-freien Zustands bei ca. sechs Monaten liegt.

  1. Das bedeutet, dass bei einer Schädigung innerhalb des Zeitraums von bis zu sechs Monaten nach der Beschädigung, gute gute Heilungschancen bestehen.
  2. Dauert die Zeit in der die Beschädigung wirksam ist länger, gilt sie als irreversibel.

Dann spricht man von einem chronischen Tinnitus. Wobei alles als chronisch bezeichnet wird, das länger als 2-3 Monate besteht, und es gibt Menschen die ihren Tinnitus auch später wieder losgeworden sind.

Aber das sind „Ausnahmen“. An welcher Stelle dieser Statistik dein Platz ist, darüber sagt das alles nichts aus.

Meiner Auffassung nach lohnt es sich in jedem Fall alles zu versuchen, und zwar konsequent und über einen längeren Zeitraum. Denn es kann nur besser werden.

Und selbst dann, wenn der Tinnitus stur ist und bleibt, haben die Yoga-Übungen bei Tinnitus weitreichende, positive Wirkungen.

Du kannst dabei nur gewinnen.

Es gibt nichts zu verlieren.

Du verlierst nur, wenn du NICHT übst! 🙂

Tinitusentstehung *

Die Tinitus-Entstehung geht in etwa so:

  1. Ein Stressreiz verursacht im Ohr aufgrund der damit verbundenen Kontraktion der Blutgefässe eine Mangeldurchblutung, die zu einer Unterversorgung der Gehörzellen führt.
  2. Dies führt zu einer Mangelernährung der Gehörzellen, so dass sie nicht mehr richtig arbeiten können. Die Folge ist, dass sie Signale nicht mehr (richtig) erkennen können.
  3. Die Tatsache, das keine Signale von den Gehörzellen mehr ans Nervensystem geliefert werden führt dazu, dass der irritierte Hörnerv selbst Signale produziert.

Diese Fehl-Signale sind der Tinnitus.

Yoga bei akutem Tinnitus *

Wenn der Tinnitus noch ganz frisch und daher akut ist, kann es helfen sofort für eine verbesserte Durchblutung der Ohren zu sorgen.

Dies sollte unbedingt in Kombination mit Entspannungen geschehen. In entspannten Zustand werden die Ohren deutlich besser durchblutet. Jegliche Maßnahmen die Blut in die Ohren lenkt ist dann wesentlich wirksamer.

Daraus ergibt sich, dass es Sinn macht zunächst eine Entspannung herbeizuführen und dann Übungen zur besseren Durchblutung der Ohren folgen zu lassen.

Dazu weiter unten beim Tinnitus-Übungsprogramm mehr.

Yoga bei chronischem Tinnitus *

Bei chronischen Tinnitus sind dieselben Übungen ebenfalls sehr nützlich. Allerdings darf man hier nicht mehr mit einer vollständigen Wiederherstellung des vorherigen Zustands rechnen.

Stattdessen steht der entspannte Umgang mit dem Ton im Vordergrund.

Der Tinnitus-Patient muss lernen sich mit dem Ton zu arrangieren, statt ihn zu bekämpfen oder abzulehnen.

Je entspannter und gelassener du bist, desto weniger fühlst du dich von diesen Fehlgeräuschen gestört.

Es kann sogar geschehen, das in einer Meditation der Ton völlig verschwindet.

Meditierende Menschen mit Tinnitus haben wir schon berichtet, dass sie irritiert aus der Meditation aufgeschreckt (!!) sind, weil der gewohnte Ton plötzlich weg war.

Sie hatten sich so sehr an ihren Tinnitus-Ton gewöhnt, dass sie sich ohne ihn nicht mehr wohl fühlten.

Diese Entdeckungen hatte sie selber sehr erstaunt.

Sie haben darüber gelacht.

Yoga-Übungsprogramm bei Tinnitus *

#1 Entspannung

Als Entspannung ist jede Entspannungsübung geeignet, mit der du sehr gut zurecht kommst.

Du kannst die klassische Yogaentspannung wählen, Autogenes Training, Yoga Nidra, oder jede andere Entspannung die bei dir sehr gut wirkt.

Wichtiger als die Technik an sich ist die Tiefe der Entspannung. Wie du dahin kommst, das ist dein individueller Entspannungs-Weg.

Dazu bekommst du von mir gleich eine Empfehlung, was du tun kannst.

#2 Pranayama mit Wechselatmung

Integriere in dein tägliches Pranayama sehr viel Wechselatmung.

Hier hat sich als besonders entspannungsfördernde und ausgleichende Übungsweise der Gold-Silber-Atem bewährt. Auch die meditative und extrem harmonisierende Tryambakam-Yogastunde ist hier eine wundervolle Möglichkeit.

Dieser lässt sich auch sehr gut in jede Yoga-Praxis und in viele Alltagsbeschäftigungen integrieren, so dass du seinen Segen beinahe jederzeit geniessen kannst.

#3 Pranayama mit Brahmari

Weiterhin solltest du unbedingt Bhramari üben, um über die Klang-Vibrationen die Ohren von Innen zu massieren.

Diese Wirkung ist zT recht erstaunlich. Personen die konsequent Brahmari üben, brichten, dass sich dabei sogar Ohrenschmalz-Pfropfen losvibrieren. Die fallen dann einfach heraus.

Wähle eine Tonhöhe, deren Vibration du ganz besonders gut im Ohr spüren kannst. Es gibt keinen absolut richtigen Ton, sondern es geht um den Ton den du selbst dort besonders gut spürst.

Hier gibt’s Anregungen und ein gutes Umfeld um ausdauernd Brahmari zu üben.

Dort findest du meine Entspannungsempfehlung die ich dir weiter oben versprochen habe. Es ist die Enspannung „Schätze der Erde für inneren Reichtum„, die ich dir sehr empfehlen kann.

Du weist ja, Erde ist gut gegen Stress. 🙂

#4 Nach Brahmari übe den Soham-Atem.

Beim Soham-Atem atme mit einem stimmhaften SO ein, und einem langen weiten HAM wieder aus.

Besonders beim HAM, dem Ausatem, ist es wichtig den Mund sehr weit zu öffnen. Es müssen mindestens drei übereinanderliegende Finger senkrecht (quasi „hochkant“) zwischen die Zahnreihen passen.

Nur dann erreichst du eine deutliche Dehnung und damit Entkrampfung der Kiefer- und Ohr-Muskulatur. Das bisschen Mundöffnen wie beim Sprechen bringt gar nichts.

Durch diese weite Mundöffnung wird die Durchblutung der zugehörigen Muskulatur deutlich gefördert.

#5 Desweiteren solltest du Karna-Mudra üben.

Dazu lege die Kuppen deiner Zeigefinger rechts und links auf die Ohrknöpfchen, und schließe die Ohren sanft.

Gerade Sitzen! Die Oberarme bilden mit den Schultern eine gerade Linie.

Kopf hängen lassen fördert deinen Tinnitus nur zusätzlich. Also immer Kopf hoch!

  1. Halte die Ohren mit den ausgestreckten Zeigefingern eine Zeit lang (zB 27 lange, ruhige Atemzüge) gleichmässig sanft geschlossen.
  2. Danach drücke sie eine Zeit lang rhythmisch-massierend in den Gehörgang hinein, bis sie warm sind.

Tolle Klangeffekte gibt’s, wenn du rhythmisches Karna-Mudra mit Brahmari zusammen übst. Voll geil!

#6 Ohrmuschelziehen

Zum Abschluss dieser Übungsreihe ziehe sternförmig die Ohrmuschel nach außen, so du die Dehnungen bis in die Tiefe des Gehörgangs ganz deutlich spüren kannst.

Das fördert nochmal zusätzlich Entspannung und Durchblutung im Ohr.

#7 Asanas

Beginne deine Asana-Reihe mit Nacken-Bewegungs-Übungen. Brahma-Mudra ist hier die Übung der Wahl.

Wenn du viel mit Schulter-Nacken-Verspannungen zu tun hast, dann richte deine Yoga-Übungsreihe auf die Auflösung von Schulter-Nacken-Verspannungen aus.

Um die Ohren mit mehr Blut zu versorgen sind in den Asanas nacken-schonende und -entkrampfende Umkehrstellungen sehr gut geeignet.

In jeder Umkehrstellung wird der Kopf besonders gut mit Blut versorgt. Die Ohren dann natürlich auch. Deshalb solltest du auf keinen Fall auf Umkehrhaltungen verzichten.

  1. Besonders gut ist die Schulterbrücke, da sie von den meisten Menschen problemlos sofort übbar ist.
  2. Ach der Hund und der Handstand sind sehr sehr gut geeignet.

Bitte Vorsicht bei Kopfstand und Schulterstand

Bei Kopfstand und Schulterstand-Pflug sei bitte vorsichtig, wenn dir diese Übungen schwer fallen. Sie können ggf. bei HWS-Störungen den Druck auf die Ohr-Versorgungs-Nerven verstärken, und damit den Tinnitus fördern.

Das hängt aber sehr vom Einzelfall ab.

Es gibt Menschen, bei denen der Tinnitus gar nichts mit HWS-Störungen zu tun hat. Diese können auch Kopfstand und Schulterstand üben, sofern sie es richtig machen. Im Zweifel frage deinen Yogalehrer oder Yogatherapeuten.

Übe deine Yoga-Asanas so, wie du sie am liebsten magst.

Wichtiger als alles andere ist die Entspannungs- und Harmonisierungswirkung. Es gibt nicht „die“ perfekte Tinnitus-Übungs-Reihe. Es gibt nur die für dich persönlich beste Art zu üben.

Wenn du dir Anleitung wünschst, wie du deine persönliche Übungsreihe am besten aufbauen sollst, dann hol dir den Spickzettel. Da bekommst du eine genaue Anleitung, wie du eine für dich maßgeschneiderte Übungsreihe erstellst.

Oder du startest erst mal mit einer sanften Yoga-Übungsreihe, die du mit der Zeit auf dich anpasst. Die Gold-Silber-Yoga-Übungen sind dafür bestens geeignet.

#8 Ohren-Meditation

In deiner Meditation konzentriere dich auf die Wahrnehmung von innerer Weite.

  • Dazu kannst du dir vorstellen, dass deine Ohren immer größer und weiter werden.
  • Du kannst dir auch vorstellen, das du durch die Ohren aus und ein atmest.
  • Dabei lasse die Ohren immer weiter werden.

Irgendwann sollten sie so groß sein, dass du das Gefühl entwickelst, sie umfassen den gesamten Kosmos.

Das Gefühl von Weite in den Ohren wirkt dem Tinnitus unmittelbar entgegen. Tinnitus ist Enge.

Eine Ausdehnungs- oder Raummeditation ist dafür ebenfalls sehr gut geeignet.

Linktipps in diesem Beitrag: *

Hier nochmal der … Spickzettel.

Du suchst Inspirationen für deine Yoga-Praxis, um dich zu heilen?

Mahashakti Uta Engeln Dann brauchst du das eBook: Die Yogawerkstatt mit Heilkraft!

Du bekommst in diesem eBook auf 120 Seiten geballtes Wissen über die (Selbst-) Heilung mit Yoga. Zusätzlich gibts regelmässige Updates. Alles kostenlos. Trage dich dafür einfach in das unten stehende Formular ein ;-)

Om Shanti,
Liebe Grüße Mahashakti

Danke für bereits 2 Kommentare zu Tinnitus-Yoga – Ohrgeräusche und Selbsthilfe mit Yoga-Übungen

    • Hallo,
      doch gibt es. Mit Yoga ist es sehr gut möglich die Ohrdurchblutung zu verbessern, so dass – bei noch bestehenden Chancen – die Wahrscheinlichkeit der Regeneration der Hörzellen steigt.
      Bei langwierigem Tinnitus, wo diese bereits endgültig geschädigt sind, hilft Yoga enorm mit den „nervigen“ Klängen gut umzugehen.
      Vielen Teilnehmern gehts dann deutlich besser.
      Liebe Grüsse, Mahashakti

Wie findest du diesen Artikel? Ich freue mich über deine Meinung!

Ja, ich will den Rabatt für die Heilyoga.ME-Workshops per Mail erhalten.


Du suchst Inspirationen für deine Yoga-Praxis, um dich zu heilen?

Dann brauchst du unbedingt dieses kostenlose eBook:

Die Yogawerkstatt mit Heilkraft!

Trage deine E-Mail-Adresse ein und klicke auf "JA, ich will das eBook!".