FRAGE:
Eine Kursteilnehmerin (22 Jahre) von mir hatte vor etwa 10 Jahre einen Armbruch, der von Anfang an nicht ganz beschwerdefrei ausgeheilt ist. Sie hatte all die Jahre eine Einschränkung, den Arm zu beugen und sie kann auch die Hand nicht auf der Schulter ablegen, die Hand bleibt etwa knappe 10 cm davor. Sie macht keine Stützhaltungen wegen Beschwerden.

Seit einiger Zeit werden diese Beschwerden schlimmer, es kommt immer wieder zu einem Kribbeln im Arm… ein Gefühl des Einschlafens …und sie fasst immer wieder an diese Bruchstelle mit dem Gedanken, sie möchte diese Stelle wärmen, entlasten, von Schmerz befreien. Diese Beschwerden machen sich vor allem aber auch im Alltag bemerkbar zum Beispiel beim Haare kämen/föhnen…

Gibt es spezielle Übungen, die ich ihr empfehlen kann, um einerseits den Arm wieder “biegsamer” werden zu lassen und andererseits natürlich, um die unangenehmen Beschwerden zu lindern.

ANTWORT:
Kennst du den Spruch “Schonung ist der sicherste Weg, um aus einem akuten Problem ein chronisches Problem zu machen.” … ? Das ist das, was hier geschehen ist. So verständlich der Wunsch ist dem Schmerz auszuweichen – das Ausweichen trägt nicht zur Heilung bei – wenn man mal von der akuten Phase der ersten Wochen absieht. Sobald der Knochen stabil verheilt ist – das ist meistens, sobald der Gips ab ist (ggf. Arzt fragen) – ist der Arm wieder belastbar.

Die Belastung sollte dann auch unbedingt wieder durchgeführt werden, aus folgenden Gründen:

  • Belastung sorgt dafür, dass der Knochen und insbesondere die Bruchstelle stabil werden, da Belastung die Aufbaukräfte aktiviert (Heilreiz setzen)
  • Belastung sorgt dafür, das die Muskeln im verletzten Bereich ihre Aufgaben wieder aufnehmen, und gestärkt werden. In der Folge werden auch die Sehnen und Bänder wieder geschmeidiger.

Wird insbesondere im Bereich der Hände und Arme die Muskulatur geschont, fördert das gewohnheitsmäßige Fehlhaltungen mit Nervenblockaden. Die Folge sind taube Stellen, Kribbeln, … usw. Alles was mit eingeschlafenen Gliedmaßen zu tun hat.

Um dem entgegen zu wirken ist es unumgänglich, die Muskulatur von Händen bis Schulter-Nacken zu stärken. Die Übungen sind sehr sorgfältig an ihre persönlichen Möglichkeiten anzupassen, und langsam immer weiter zu entwickeln – entsprechend dem Fortschritt und was machbar ist.

In den Konflikt hinein entspannen

Von zentraler Bedeutung ist der Satz: “In den Konflikt hinein entspannen”

Das bedeutet:

  1. In die jeweilige Übung gehen (dazu unten mehr)
  2. Die Übung so gestalten, das sie in der Belastung angenehm bleibt. Hier geht es um die Kunst der korrekten Dosierung.
  3. Den dabei innerlich hochkommenden Konflikt (Angst vor Schmerz ?) durch bewusstes Entspannen entschärfen. In diesen Konflikt hinein entspannen. Dazu sind bewusste Atmungen hilfreich, welche helfen stärkende Energie in die traumatisierte Region zu schicken: Licht, Liebe, … was sich gut anfühlt.
  4. Wichtig ist: die Belastung eine Zeit lang halten, um den Emotionen Raum zu geben sich zu zeigen, und (UND!) sie mit dem Atem zu besänftigen.
  5. Die Dosis ist dann korrekt, wenn dieselbe Intensität am Folgetag ohne Einschränkung wieder möglich ist. War die Dosis zu hoch (Übung zu schwer), dann wird sich am Folgetag eine Empfindlichkeit zeigen – die ist zu vermeiden. Es geht darum einen gezielten Heilreiz zu setzen, der nach 24 Stunden verarbeitet ist. Dann den nächsten, … usw. Im Laufe von Wochen und Monaten wird sich allmählich Besserung einstellen. Eine Erstverbesserung kommt manchmal schon nach wenigen Tagen.
  6. Sollte sich nichts bewegen, dann ist der vermeintliche Heilreiz keiner. Meist weil zu sanft geübt wurde. In dem Fall sorgfältig beobachtend die Dosis steigern (zB länger halten, schwierigere Variante, … o.ä.)

Welche Übungen sind passend?

  1. Beginne jede Übungsfolge mit den Pavanamuktasanas – den yogischen Gelenkübungen für die Arme – um die Muskulatur und Gelenke vorzubereiten und den Energiefluss in dieser Region zu stärken.
  2. Steigere mit deutlichen Dehnübungen, um die Verspannungen aus der Muskulatur zu holen. Welche passen, hängt davon ab, welche Stelle am Arm betroffen ist. Einige Vorschläge: Gomukasana, Adler, Gegrätschter gestützter Kopfstand, … usw. Sei kreativ.
  3. Nach jeder Übung eine Zwischenentspannung einlegen, und die Reaktion beobachten. Wichtig um den traumatischen Anteil der Verletzung aufzulösen.
  4. Dann weiter steigern mit Belastungen: Hund, Krähe, Seitstütz, Kopfstand, Handstand, … usw. Also echte Belastung reinbringen. Die Belastungsübungen bitte auch sehr sorgfältig an die Möglichkeiten anpassen – Überlastung ist unbedingt zu vermeiden. Unterforderung auch. (Heilreiz!)
  5. Wieder Zwischenentspannung mit Beobachtung.
  6. Evlt. nach der Belastungs-Sequenz nochmal eine entspannungsfördernde Dehnsequenz durchführen.
  7. Zum Abschluss im Rahmen der Tiefenentspannung eine Heilreise in den Arm durchführen: Licht, Fee, Gandalf, … hinschicken und Geistheilung praktizieren lassen. Das ist eine wichtige Botschaft für das Unterbewusstsein, und hilft negative Denkgewohnheiten in dem Bereich aufzulösen.

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