Fuß-Übungen im Yoga?

“Yoga ist doch im Liegen … ?!?” – Solche Kommentare habe ich schon gehört. Ja. Dabei sind Fuß-Übungen im Yoga ein ganz selbstverständlicher Bestandteil. Sie gehören seit Urzeiten dazu.

Lediglich unser modernes Yoga-Verständnis hat die yogischen Fuß-Übungen aus vielen Yoga-Übungssystemen verschwinden lassen. Völlig zu unrecht, wie ich meine.

Lies hier, was du mit den Fuß-Übungen des Yoga erreichen oder verbessern kannst.

Die Schmerzen der Füße – Vertreten und vergessen?

Über Füße spricht man nicht, und man versteckt sie. Außer … man hat sie künstlich aufbereitet und ist stolz auf seine Füße. Allerdings fällt man dann sofort damit auf.

Oder man ist durch und durch Yogi, und tut was für sich, und seine Füße. Wie gesagt, die Fuß-Übungen im Yoga sind keine neue Erfindung. Und sie ermöglichen es – bei regelmäßigem Üben – dass die Füße sich so wohl fühlen, dass du sie gerne her zeigst.

Dabei sind die Füße die Basis unseres Lebens. Die Befindlichkeit der Füße beeinflusst die gesamte Körperhaltung. Viele Knie-, Hüft- und Rückenschmerzen hängen mit den Füßen zusammen. Schon mal darüber nachgedacht?

Wie häufig sind Fußschmerzen  eigentlich?

Da die wenigsten in der Öffentlichkeit über ihre Fußbeschwerden sprechen, hab ich hier zur Verdeutlichung der Reichweite dieses Problems mal ein paar Zahlen zusammen getragen.

  • 31% der weiblichen und 19% der männlichen Schmerzpatienten leiden unter Schmerzen in den Füßen. (Quelle: Quelle)
  • 35% der weiblichen und 31% der männlichen Angestellten im Einzelhandel leiden unter Fußschmerzen (Quelle1, Quelle2). Ausserdem sind bis zu 30% der Büroangestellten und Rentner von Fußschmerzen betroffen.

Daß man im Einzelhandel, weil man viel steht, schnell Schmerzen in den Füßen entwickelt, das kann ich mir lebhaft vorstellen. Erstaunlich finde ich allerdings die hohe Zahl an Betroffenen der überwiegend sitzenden Lebensweise, wie Büroangestellte. Vom zuviel Stehen kommt das da nicht. Eher vom zuviel Sitzen.

Fußschmerzen nach Berufsgruppen

Hier eine Übersicht der Frauen mit Fußschmerzen nach Berufsgruppen

(Quelle s.o.)

Das alleine ist bereits Grund genug, sein Yoga-Programm gezielt um passende Fuß-Übungen zu erweitern. Aber es gibt noch mehr Gründe. Die gehen wir jetzt durch.

Die wichtigsten Gründe mehr für die Füße zu tun – mit Yoga!

Das sind ganz realistische Gründe, die wirklich jeden betreffen. Lies selbst.

#1 – Allgemeiner Überlastungsschmerz

Allgemeine Fußschmerzen an sich, sind schon Grund genug sich aktiv um seine Füße zu kümmern.

Wer schon mal auf einer Messe gestanden hat, weis genau, wie sehr einem das die Laune verhageln kann. Jegliche Unternehmungs- und Bewegungslust wird zunichte gemacht.

Dagegen helfen kräftige Fuß-Muskeln. Mit den richtigen Fuß-Übungen kannst du deine Füße gezielt stärken. Hier habe ich darüber geschrieben.

Da Fuß-Gymnastik in etwa dieselbe Romantik hat wie deine Steuererklärung, halte ich es für unverzichtbar, die Fuß-Übungen so in das tägliche Yoga-Programm zu integrieren, dass sie wirklich jeden Tag geübt werden. Dann macht das sogar richtig Spaß und bringt noch viel mehr, als nur “Füße”.

Fußübungen die du als selbstverständlichen Teil deines täglichen Yoga-Übungs-Programms übst, tun nicht nur deinen Füßen gut. Sie machen dein gesamtes Yoga-Programm um einiges effektiver, der Energiefluß wird gestärkt und die Wonne steigt.

Die Füße wirken im gesamten Körper-Geist-System.

Dazu hier mehr: Yoga gegen schmerzende Füße. Lies das später, am Ende des Beitrags kommt der Link nochmal.

Wir machen hier weiter mit den vielen Problemen, die sich aus schwachen Füßen schnell entwickeln können. Das solltest du wissen. Für den Fall, dass du dich zu mehr Fuß-Muskulatur erst noch motivieren musst.

#2 – Senk-Spreizfuß und die Entwicklung eines Hallux Valgus

Der weit verbreitete Senk-Spreiz-Fuß ist ein häufig anzutreffender, anatomischer Mitverursacher von Hallux Valgus (Schief-Zehe).

Hier kann es zu erheblichen Schmerzen und schmerzbedingten Veränderungen im Bewegungsablauf kommen, bis hin zu dauerhaften Fußfehlstellungen und chronische Entzündung des Großzehen-Grundgelenks.

Es macht unbedingt Sinn, dem entgegen zu wirken.

Viele Menschen die genau das tun zeigen, dass man sehr oft die Situation mit den richtigen Übungen erheblich bessern kann.

Selbst dann, wenn lediglich die Schmerzen ganz oder teilweise  verschwinden, und der Orthopäde sonst keine Veränderung sieht, dann ist das schon erheblich.

Hier habe ich Übungen bei Senkfuß beschrieben, und hier zu Hallux. Auch diese Links findest du am Ende nochmal.

Lies erst mal hier weiter.

#3 – Knickfuß, und drohende Schäden am Sprunggelenk

Bei Fußfehlstellungen ist als nächstes der Fußknöchel betroffen, Arthrose im Sprunggelenk ist das Stichwort.

Das kann bis zur Sprungelenks-OP mit Verteifung des Fußknöchels gehen, um wenigstens überhaupt noch irgendwie Gehen zu können. Viele Belastungsarten der Füße gehen dann nicht mehr, oder nur mühsam und mit Einschränkungen.

Um die Fußknöchel gerade zu bekommen, braucht man neben gut entwickelten Fußmuskeln auch ein gutes Gespür für die Fußhaltung. Dieses Gespür zu entwickeln, dabei hilft das richtige, achtsamkeitsbasierte Yoga-Übungs-Programm mit den passenden Fußübungen sehr gut weiter.


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#4 – Schädliche Veränderungen von Geh-Muster und Bewegungsabläufen

Alle Arten von Veränderungen an den Füßen – schmerzhafte und nicht schmerzhafte – führen zu Veränderungen des Geh- und Bewegungsverhaltens.

Logisch, denn im Fall von Schmerzen versucht man ja so zu gehen, dass man den Schmerzen nach Möglichkeit ausweicht. Und bei nicht-schmerzenden Veränderungen ändern sich die Bewegungsabläufe auch, weil sich die Gewichtsverteilung bei jedem Schritt ändert. In der Summe, im Laufe von Jahren, ist das erheblich, was das aus macht.

Das führt zu verschiedensten Gelenk- und Muskel-Veränderungen – in Form von Fehlbelastungen. Das betrifft alle darüber liegende Gelenke und Muskeln.

Ignorieren hilft nicht wieter. Denn im Falle des Ignorierens machen das auch nur eine Zeit lang mit.

Die Füße sind die Basis des gesamten Körpers. Fußfehlhaltungen  und fehlerhafte Bewegungsabläufe führen zu Körperfehlhaltungen – Schritt für Schritt.

#5 – Schmerzen in den Knien und die Knie-Arthrose

Die Folge sind – neben den oben bereits erwähnten Sprungelenks-Problemen – Schwierigkeiten mit den Knien. Auch die Knie-Arthrose ist sehr oft eine Folgeerscheinung von Fuß-Problemen.

Ich erlebe immer wieder Menschen, die ca 10-15 Jahre nach einer gravierenden Fußverletzung schmerzhafte Veränderungen im Knie der betroffenen Seite entwickeln.  So lange dauert es etwa, bis die verletzungs-bedingt veränderten Bewegungsabläufe die Knorpel und Sehnen in den Knien mürbe gemacht haben.

Als Ursache muss das nicht mal ein Bruch sein, da reicht schon eine gravierende Zerrung oder Verstauchung. Wenn diese – wie es sehr oft der Fall ist – zu Schutzhaltungen und Belastungsvermeidungsverhalten führt, dann hat das Folgen für die Knie. Unausweichlich.

In vielen Fällen hätte man dem mit dem passenden Fußtraining entgegen wirken können. Leider wird dieses Problem oft ignoriert – es geht ja auch einige Jahre lang gut. Scheinbar.

#6 – Probleme mit Hüften und unterem Rücken

Das der Schmerz sich seinen Weg nach oben sucht ist klar. Wenn die Füße und Knie in Mitleidenschaft gezogen werden, dann bleiben Hüften und Rücken gar keine andere Wahl, als mitzuspielen. Was sollen sie denn sonst machen?

Versuche doch einfach mal gerade zu stehen, wenn dir ein Fuß weh tut.

Oder noch besser: gerade zu laufen.

Das tut keiner.

Und …

Die in der Schmerzphase antrainierte Fehlhaltung bleibt viel zu oft dauerhaft erhalten, nachdem das Ursprungsproblem längst vergessen ist. Sie zeigt sich noch Jahre nach der Verletzung in einem seitlich unregelmäßigen Gang.

Hast du schon mal darauf geachtet, wie wenig – gesunde! – Menschen einen wirklich geraden und harmonischen Gang haben? Die wenigsten.

Mit einem guten Fuß-Training wird das Gehen schnell wieder harmonischer. Das hilft das Risiko der möglichen Folgeprobleme zu reduzieren.


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#7 – Schulter-Nacken und die Füße (Spür-Übung)

Selbst dann, wenn du keinerlei Probleme mit den Füßen hast, und davon ausgehst, dass es keine haltungsverändernde Ursache gibt, gehörst du mit hoher Wahrscheinlichkeit zu den Betroffenen von Schulter-Nacken-Beschwerden. Einfach, weil das sehr viele Menschen betrifft, in unserer Zeit. Und nicht immer sind Computer oder andere vorgebeugte Arbeiten schuld daran.

Wenn du wenig läufst, hast du untrainierte Füße. Die Folge ist sehr oft ein eingesunkenes Fußgewölbe. Und ja, dieses wirkt sich bis in den Schulter-Nacken-Bereich aus.

Mach bitte mal folgende Spür-Übung

  1. Stehe ganz normal auf Socken oder barfuß – auf einem ebenen Untergrund. Achte lediglich darauf, dein Körpergewicht gleichmäßig auf beide Füße zu verteilen.
  2. Spüre bewusst die Druckverteilung deines Körpergewichtes auf den Fußsohlen
  3. Fühle in deine Haltung hinein. Bist du wirklich gerade? Falls nein, richte dich auf. Beobachte dabei die Druckveränderung auf den Fußsohlen
  4. Nun lass ganz bewusst beide Fußgewölbe einsinken – die Druckfläche deiner Füße vergrössert sich. Wie verändert sich dabei deine gesamte Körperhaltung? Der Rücken wird rund, die Schultern sinken nach vorne, richtig?
  5. Nun das Gegenteil. Presse Fersen und Ballen so in den Boden, dass du ein richtig tolles Fußgewölbe entwickelst. Wie verändert sich deine Spannung im Schulter-Nacken-Bereich?

Ich glaube, du hast deutlich den Zusammenhang zwischen Fußgewölbe und Schulter-Nacken-Bereich gespürt, oder? Diese einfache Übung ist eine Fuß-Übungen im Yoga, die sich sehr leicht in das tägliche Übungsprogramm integrieren lässt. Und so sanft sie ist, sie tut gut.

Bitte lass mir deinen Kommentar da, mich interessiert, wie du diese Übung erlebst.

#8 – Haltungsbedingte Veränderungen im Kiefer- und Schädelbereich

Ja, auch das gibts. Da denkt nur keiner drüber nach. Hier habe ich einen Buchauszug, aus einem Fachbuch für Zahnärzte gefunden. Lies dir das mal durch.

Es ist eine unbequeme Tatsache, aber Probleme mit den Füßen betreffen den gesamten Körper.

Die Füße reichen bis in den Mund!

#9 – Fuß-Übungen im Yoga: Wie Lebensgefühl, Stimmung und Füße zusammen hängen

Nicht nur wenn dir die Füße weh tun, auch sonst transportieren die Füße viel emotionale Energie. Die Haltungs-Spür-Übung von oben funktioniert ja nicht nur, wenn du bewusst mit dem Fußdruck spielst.

Der beobachtbare Zusammenhang zwischen Füßen und Körper ist auch dann gegeben, wenn wir in beliebigen Stimmungen fest hängen.

Beispiel 1 “allgemeine Lustlosigkeit”

Wenn du “mies drauf” bist, und die Schultern hängen lässt, dann lässt du auch dein Fußgewölbe hängen. Du “latschst” lustlos durch die Gegend.

Gegenmaßnahme:

Machst du dir dann einen netten Abend mit deinen Füßen, dann wirkt das sehr positiv auf die Stimmung. Es ist gar nicht schwer.

  • Mach dir eine spannungslösende Selbst-Fußmassage
  • mach danach ein paar sanfte und wunderbar stimmungsfördernde Fuß-Übungen im Yoga. Also mache ein kleines, sanftes Yoga-Programm, und übe dabei vor allem deine Füße
  • und schließe mit einem wonnigen Fußbad
  • Wenn du magst, dann kannst du danach eine Öl-Fußmassage mit einem guten und wohlduftenden Massageöl folgen lassen. Dieses kannst du ganz leicht selber machen, das zeige ich dir im Kurs Yoga für die Füße

Beispiel 2 “Innere Unruhe und Nervosität”

Auch hier hilft es, sich um seine Füße zu kümmern. Alleine der bekannte Spruch “Da hat jemand kalte Füße bekommen”, der sich auf Ängste und Unsicherheit bezieht, zeigt um was es geht.

Hier hilft ein fußerwärmendes Übungsprogramm, welches die Fußmuskulatur deutlich fördert. Das hebt die Stimmung deutlich an.

Gehe so vor:

  • Stehe auf deinen Füßen, und lasse sie um die Fußgelenke kreisen
  • Drücke die Zehen in den Boden, und lasse die Füße um die Zehen kreisen
  • Spätestens nach 20 Runden spürst du einen deutlichen Unterschied
  • Dann gehts weiter mit Dehnübungen: Stelle abwechselnd Fußrücken und Ferse auf den Boden auf, und dehne im Wechsel jeweils Füßrücken und Fußsohle
  • Ergebnis: Die Stimmung steigt weiter.

Wenn du jetzt noch gezielte Stärkungs-Übungen für deine Füße machst, dann wird dir bald sehr wonnig zumute sein.

  • Stehe mit hoch erhobenen Fersen und halte das lange aufrecht
  • Beuge die Knie und komme mit dem Gesäß auf die Fersen – halte das
  • Komm langsam wieder hoch
  • Entspanne deine Füße

Du merkst, wie intensiv das wirkt, oder?

Viele weitere Übungen, sowie vollständige Yoga-Übungs-Reihen und viele Übungen und Tipps für zwischendurch zeige ich dir im Online-Video-Kurs Yoga für die Füße

Schau dir das mal an. Das wird ein richtig tolles Erlebnis, und deine Füße werden es dir danken.

Was du für deine Füße tust, tust du für dein ganzes Leben!

Hier gibt es die passenden Übungen

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