Schmerzen im Großzehengrundgelenk werden oft von Arthrose verursacht

Wenn die Arthrose fortgeschritten ist, wird zu einer Operation geraten, bei der das Großzehengrundgelenk versteift wird. Wie kommt man nach dieser OP wieder auf die Beine? Ausgangspunkt war die nachstehende Frage.

Mich hat diese Frage erreicht

Ich habe mich vor kurzem einer Großzehengelenks-Versteifung am Zeh unterzogen (wegen starker Arthrose).

Nun möchte ich im wahrsten Sinne des Wortes wieder auf die Beine kommen (möglichst schonend). Kannst Du mir ein paar Tipps geben, welche Übungen dafür passend sind?

Meine Antwort dazu

Die Ausgangssituation

Die operative Großzehengelenksversteifung wird vorgenommen, wenn die Schmerzen im Großzehengrundgelenk durch Arthrose übermäßig geworden sind, und eine Ruhigstellung dieses Gelenks die bessere Wahl geworden ist.

Es geht darum unnötige Gelenkschmerzen zu vermeiden.

Bevor es soweit kommt, hat man meistens bereits eine längere Zeit mit Bewegungs-Einschränkungen und Gelenkschmerzen hinter sich.

Einschränkungen können einem die Lebensfreude versalzen

Das Wort “Einschränkungen” liest sich sehr leicht, aber jeder der schon mal Rückenschmerzen oder andere Schmerzen hatte, weis dass das absolut erheblich sein kann.

Wenn der Schmerz dann bei jedem Schritt droht, wird es übel. Bewegungsschmerzen machen den Spaß an jeder Bewegung ganz schnell zunichte.

Demzufolge fehlt dann schnell die Lebensenergie, denn wir brauchen die Bewegung an der frischen Luft um glücklich und gesund zu sein.

Der Mensch ist ein Bewegungstier!

Der Einfluss der Füsse reicht bis in den Mund

Alles was den Füssen zustößt, das zeigt sich im gesamten Körper, da die Füsse das Fundament des Stehen und Gehens sind. Jede Abweichung vom normalen, gesunden Gehen die aus den Füssen kommt, verändert den Bewegungsablauf im gesamten Körper.

Daraus resultierende Verspannungen können sich beispielsweise zeigen in:

  • Füsse
  • Knie
  • Hüfte
  • ISG und LWS (unterer Rücken)
  • Schulter und Nacken
  • … und sogar Fehlstellungen des Kiefers.
    Letzteres hat mir mal ein Zahnarzt verraten.

Die Füsse beeinflussen den gesamten Körper!

Zielsetzung deines Yoga-Übungsprogramms

Daher gehe ich davon aus, dass du vermutlich mehr Probleme in deinem Körper hast, als nur mit dem Grosszehengrundgelenk. Deshalb empfehle ich dir ein Übungsprogramm mit den folgenden Schwerpunkten:

  • Entwicklung einer guten Selbstwahrnehmung
  • Stabilisieren des Stehens und Gehens – Auflösung von Gangunsicherheiten
  • Entwickeln einer natürlich-aufrechten und entspannten Körperhaltung

Insgesamt gehts um den Aufbau von Bewegungsfreude, die dich dahin bringt, dich täglich ausgiebig zu bewegen und das aus vollen Zügen zu genießen.


Fußgeflüster-Workbook-Cover

Fußgeflüster Workbook:
Lauschanleitung für die Füße

Mit dem Fußgeflüster gehst du weiter als mit orthopädischen Maßnahmen.

Denn orthopädisch werden sanftere Einflüsse, wie beispielsweise Stimmung, Lebensgefühl und die Emotionen nicht berücksichtigt. Dabei sind sie überall dabei.

Mit der Lauschanleitung für die Füße gehst du weiter


Aufbau deines Yoga-Übungsprogrammes

#1 – Zuerst steht die Kontaktaufnahme mit deinen Füssen und Zehen im Vordergrund.

Es geht darum das aufgebaute Trauma aus der Schmerzpase und der Operation zu überwinden, und eine gute Selbstbeobachtungsfähigkeit zu entwickeln. Dafür übe 3 x täglich die Pavanamuktasana-Reihe, die yogischen Gelenkübungen. Das erste Mal gleich morgens auf der Bettkante, einmal mitten am Tag, und einmal kurz vor dem Schlafengehen, wieder auf der Bettkante.

Zu unseren Füssen, die ständig in Schuhen verpackt sind, verlieren viele Menschen schlichtweg den Kontakt. Mir fällt immer wieder auf, das besonders die Übungen für die Zehen (aus o.g. Reihe) selbst von Menschen ohne physische Beeinträchtigungen nicht korrekt durchgeführt werden können. Sie haben das nie entwickelt.

Warum die Gelenkübungen so wichtig sind

Der mangelnde Kontakt zu den eigenen Füssen und Zehen fördert massiv Fehlbelastungen, weil die Achtsamkeit einfach nicht da ist. Insbesondere in deiner etwas sensiblen Situation ist eine sehr klare Selbstwahrnehmung äusserst wichtig.

Nebenwirkungen der Gelenkübungen

Die “Nebenwirkung” dieser Übungen, die verbesserte Gelenkpflege, ist natürlich auch ein guter Grund diese Übungen durchzuführen. Dennoch ist das nicht der stärkste Grund.

Tatsächlich geht es um die Verbesserung der Selbstwahrnehmung und der Fein-Koordination im Fussbereich, sonst können die nachfolgenden Übungen nicht korrekt durchgeführt werden.

Übe 3 x täglich die yogischen Gelenkübungen, die Pavanamuktasana-Reihe – mindestens für Zehen, Füsse, Knöchel, Knie und Hüften!

#2 – In einem zweiten Schritt folgt die Stabilisierung des Stehens und Gehens

In diesem Schritt gehts darum, aufbauend auf der verbesserten Selbstwahrnehmung, mögliche Schwächen in der Bewegungsmuskulatur auszugleichen. Die Muskulatur soll insgesamt harmonischer werden, und die Folgen der (vermutlich) jahrelangen Schonhaltung los zu werden.

Hier empfehle ich dir insbesondere die stehenden Gleichgewichtsübungen: Baum, Tänzer, Kranich

Verbinde diese zu einer dynamischen Übungsfolge, die du ohne abzusetzen und am Stück übst:

  1. Beginne beispielsweise mit dem Baum, übe davon 2-3 verschiedene Varianten, …
  2. … dann gehe weiter in den Tänzer, hier auch 2-3 verschiedene Intensitätsgrade (Variationen) üben, …
  3. … dann gehe weiter in deine persönlich realisierbare Version des Kranichs (meist einfach nur Fuss anfassen und Bein nach vorne ausstrecken).
  4. Ausserdem vieeel Wechselatmung, in allen kreativen Wechselatmungs-Varianten die du liebst.

Halte jede einzelne Variante jeder Asana eine bestimmte Zahl von Atemzügen, zB 3 Atemzüge. Das Zählen der Atemzüge ermöglicht dir eine gute Konzentration und Zeitkontrolle, ohne auf die Uhr schauen zu müssen. Das zieht nur ins Aussen.

Übe täglich eine an dich angepasste Gleichgewichts-Übungs-Reihe, bei der du in jeder Haltung konzentriert deine Atemzüge zählst.


Fußgeflüster-Workbook-Cover

Fußgeflüster Workbook:
Lauschanleitung für die Füße

Mit dem Fußgeflüster gehst du weiter als mit orthopädischen Maßnahmen.

Denn orthopädisch werden sanftere Einflüsse, wie beispielsweise Stimmung, Lebensgefühl und die Emotionen nicht berücksichtigt. Dabei sind sie überall dabei.

Mit der Lauschanleitung für die Füße gehst du weiter



#3 – Im dritten Schritt erfolgt die Entwicklung einer natürlich-aufrechten und entspannten Körperhaltung

Hier sind alle kraftfordernden Standhaltungen von Vorteil, sowie die Hüft- und Beinmuskeln entwickelnden Übungen.

  • Heldenstellungen in allen Varianten, gerne als Übungsreihe aufgebaut. (Hier sind 3 Beispiele enthalten): Grundheld, visionärer Held, aufschauender Held, sich verneigender Held … usw. Jede Position mindesten 3 lange ruhige Atemzüge halten – wie schon weiter oben erläutert.
  • Tiefe Hocke (Kaliasana)
  • Mondgruss (der hat die tiefe Hocke schon mit dabei)

Übe diese Übungen eine Zeit lang täglich, sie sind deine Haupt-Praxis im Asanabereich.

Diese Übungen verhelfen dir zu guten Fuss- und Beinmuskeln, zu einem festen Stand, einem starken Rücken, und den damit verbundenen positiven Emotionen: innere Aufrichtung und deine wahre Grösse zeigen.

Hier gibts einen sehr beeindruckenden Erfahrungsbericht zur Arbeit mit den Helden.

Der tiefere Sinn hinter diesen Empfehlungen

In Verbindung mit der gestärkten Achtsamkeit auf Füsse und Zehen, sowie dem gut entwickelten Gleichgewichtssinn, entsteht mit der Entwicklung der Bein- und Rückenmuskulatur die natürlich-aufrechte und entspannte Körperhaltung von selbst.

Damit hast du die notwendige Voraussetzung für ausgelassene Bewegungsfreude erreicht, und kannst die Gegend unsicher machen.

Das solltest du auch, denn nichts braucht der Mensch mehr, als ausreichend Bewegung – ohne Überforderung natürlich.

Das vollständige Yoga-Übungsprogramm nach Großzehen-Grundgelenks-OP

Aus den obigen Ausführungen entsteht ein sehr umfassendes Genuss-Übungsprogramm

1 – Morgens übe die Gelenkübungen

Morgens auf der Bettkante praktiziere die Pavanamuktasana-Reihe, die yogischen Gelenkübungen.

Bitte übe die vollständige Pavanamuktasana-Reihe, für den gesamten Körper

2 – Tagsüber (Mittagspause oder Nachmittags) nochmal die Gelenkübungen und zusätzlich einige Gleichgewichts-Stellungen

  • Die Gelenkübungsreihe, mindestens für Zehen, Füsse, Knie, Hüfte
  • Danach die stehenden Gleichgewichtsübungen üben. Danach entspanne, oder Meditation, oder Yoga-Nidra. Die Impulse der vorangegangenen Praxis müssen vom Nervensystem verarbeitet werden, das braucht Entspannung.
  • Gut ist hier auch einige Runden Wechselatmung vor oder nach den Körperübungen

3 – Nachmittags oder Abends integriere Standhaltungen in dein Yoga-Programm

  • die Heldenreihe als Intro, …
  • … dann den Mondgruss (oder andersherum) und …
  • … mach danach mit der Rishikeshreihe weiter.
  • Hier kannst du gerne weiteres Pranayama einfügen.
  • Auch hier wieder wenigstens eine kurze Entspannung oder Meditation oder Yoga-Nidra für den Abschluss wählen.

4 – Abends auf der Bettkante oder im Liegen übe die komplette Gelenkübungsreihe

Mit diesem Programm tust du das beste, was du für die Entwicklung deiner Bewegungsfähigkeit und deiner Lebensfreude tun kannst. Dieses Übungsprogramm ist darauf ausgelegt, auf sanfte Weise den gesamten Körper in seine innere Harmonie zurück zu führen.

  • Du verstärkst dein Körpergefühl
  • … und deine Balance
  • Alle Gelenke werden gut genährt, und geschmeidig
  • Ida und Pingala finden in ihre natürliche Harmonie zurück

Wenn du dir konkretere Anleitungen zur Entwicklung eines festen Standes und der entspannt-aufrechten Körperhaltung wünschst, dann empfehle ich dir die Anleitung für mehr Selbstbewusstsein. Die kannst du sehr gut für dein Nachmittagsprogramm nehmen. Sie hat genau den richtigen Schwerpunkt.

Aus yogischer Sicht ist Stehvermögen ( bzw. Selbstbewusstsein und fester Stand auf stabilen Füssen) mit Muladhara-Chakra verbunden.

Eine tolle Wertschätzung für meine Arbeit ist es, wenn du sie teilst. 😍 😘 🥰