Wechseljahre spirituell: alternative Sicht auf die Reife der Menopause

Wechseljahre spirituell: alternative Sicht auf die Reife der Menopause

Betrachtet man die Wechseljahre spirituell, ergeben sich neue Perspektiven über den Umgang mit ihnen. Der tiefere Sinn hinter dem Wechsel erklärt sich dann fast von selbst, und kann zu neuen Erkenntnissen führen.

Aus dieser Erkenntnis kann ein neue bewerteter, und überaus positiver Zugang zu Klimakterium und Menopause entstehen. Was für einige auf das nahende Lebensende hinweist, kann auch als Einstieg in ein neues und vielversprechendes Dasein bieten. Allein die Perspektive macht den Unterschied, ob Menopause und Klimakterium für Verfall stehen. Oder ob die Wechseljahre spirituell ein Gewinn sind.

FRAGE

Welche Möglichkeiten gibt es im Yoga mit den Umstellungen im Klimakterium besser zurecht zu kommen?

ANTWORT

Das Problem mit Wechseljahres-Symptomen ist … *

Wechseljahres-Symptome sind oft sehr “diffus“.

Die Wechseljahres-Symptome sind diffus. Damit meine ich, dass sie sehr unklar sein können, und sich permanent verändern können. Sie sind nur schwer zu erkennen. Zumindest zu Beginn.

Ausserdem werden sie von vielen als sehr unangenehm bis störend empfunden. Nicht umsonst gibt es einen sehr grossen Markt mit den verschiedensten Mittelchen, die helfen (sollen) Wechseljahres-Beschwerden zu lindern, oder ganz abzustellen.

Bezeichnend ist, dass in vielen Kulturen die NICHT dem westlichen Lebensstil anhängen, derartige Beschwerden mehr oder weniger unbekannt sind. Dort werden die Wechseljahre nicht als Problem empfunden, sondern als Übergang von der fruchtbaren Phase zu einer Lebensphase grösserer Reife und Weisheit.

Die Probleme mit den Wechseljahren, die viele Frauen erleben, haben unterschiedliche Ursachen. Und … die Wechseljahres-Symptome sind oft (zunächst) völlig unbekannt

Die Wechseljahres-Symptome sind vielen Frauen zu Beginn nicht wirklich bekannt. Sie wissen nicht so recht, was ihnen da gerade passiert. Sie können es nicht einordnen. Das verunsichert und kann auch ängstigen. Die Emotionen flammen auf, es gibt jede Menge Unruhe.

  • Wer zB mit Schwindel und Übelkeit zu tun hat, sucht die Ursache meist erst mal in den letzten Mahlzeiten.
  • Oder vermutet eine Erkrankung im Herz-Kreislaufbereich.
  • Manche denken auch an das Gleichgewichtsorgan.

Alle diese Vermutungen können unangeheme Empfindungen, Ängste und Stress auslösen, und dadurch die Situation unnütz verschlimmern. Das üble an Stress ist, Stress verschlimmert die Probleme noch zusätzlich. Dies deshalb, weil Stress die sowieso schon sehr sensible Hormonsteuerung noch weiter durcheinander bringt.

Aus diesem Grund empfehle ich sanfte Erdung. Das wirkt dem Stress entgegen.

Also wärmende und erdende Yoga-Übungen, die helfen bei sich selbst anzukommen, und jede Art von Stress loszulassen. Und das auf sanfte Art! Fordernde Yoga-Praxis ist auch Stress, und hilft nicht so gut, wie eine Übungspraxis, die von vornherein auf sanfte, wärmende Erdung ausgelegt ist.

Hier findest du eine sehr gute Übungsreihe für diesen Zweck: Erdung

Wechseljahre sind ein ausgesprochen emotionales Thema, so wie alles was mit Hormonen zu tun hat. Hormone sind Emotion(e) pur! Egal ob Pubertät, Schwangerschaft oder Klimakterium.

Da man in der modernen Medizin emotionalen Themen nur unzulänglich begegnet, wollen wir uns aus emotionaler Sicht mit den Wechseljahren beschäftigen. Schliesslich möchte nicht jeder künstliche Hormone im Körper haben, zumal deren Nebenwirkungen auch “nicht ohne” sind.

Die Frage lautet korrekterweise also:

Was geschieht in den Wechseljahren aus emotionaler Sicht?

Wenn das klar ist, dann können wir mit emotional ausgerichtetem Yoga sehr viel erreichen. Das ist was anderes als Hormonyoga, welches das Hormonsystem manipuliert.

Die Heilung der Emotionen ist von zentraler Bedeutung

Ich spreche von der Heilung der Emotionen. Die hormonellen und sonstigen Prozesse im Körper passen sich den Emotionen an. Deshalb stehen die Emotionen im Zentrum unserer Überlegungen. Dazu weiter unten mehr.

Jetzt erst mal …

Ein bisschen Schulmedizin für den Einstieg *

  • Klimakterium oder Wechseljahre sind – ähnlich wie die Pubertät – eine Zeit in der der Körper seine Hormonproduktion umstellt. Erinnere dich mal an deine Pubertät – das war auch nicht immer so unkompliziert, oder?
  • Die bis zum Eintritt der Wechseljahre einigermaßen regelmässig stattfindenden, homonellen Steuerungsprozesse werden massiv verändert. Dass daraus Unruhe entsteht, ist einfach logisch. Weiter nichts.
  • Fruchtbarkeitshormone werden immer weniger produziert, der Zyklus lässt nach, die monatliche Blutung kommt ins Stottern und hört irgendwann ganz auf. Dahinter stecken gravierende Veränderungen. Mach dir nichts vor.

Die Veränderung ist verbunden mit den unterschiedlichsten Symptomen aller Art, die deutlich zeigen, dass Aufbaukräfte und Abbaukräfte neu justiert werden (müssen). Je nachdem wie geschmeidig oder holprig das gelingt, fallen die Symptome deutlicher oder sanfter aus.

Im Wechsel werden die Aufbaukräfte und die Abbaukräfte auf ein neues Niveau gebracht.

  • Aufbaukräfte stehen für alles, was mit dem Aufbau von Kraft, Geweben und Festigkeit zu tun hat. Fruchtbarkeit, Schwangerschaft und Geburt sind die stärksten Aufbaukräfte überhaupt. Sie sind lebensspendend.
  • Abbaukräfte sind die natürlichen Ausscheidungen und Auflösungskräfte. Zu den Ausscheidungen gehört natürlich unbedingt die Menstruation.

Warum im Klimakterium einiges in diesem Bereich neu arrangiert werden muss ist damit klar.

Wechseljahre aus feinstofflicher Sicht *

Aus feinstofflicher Sicht bewerten wir diese Umstellung etwas anders. Wir sprechen vom Zusammenspiel der manifestierenden Kräfte mit den Reifungskräften. Das will  neu justiert werden. Hier findet eine Neuorientierung der Energien von Schöpfung und Bewusstheit statt.

Erst mal Erläuterungen zur verwendeten Begrifflichkeit

  • Schöpferische (oder manifestierende) Kräfte sind die, welche unter anderem zur Erzeugung von Nachkommen zur Verfügung stehen. Oder für Muskelmasse. Oder alles andere, das wir so brauchen.
  • Reifungs- oder spirituelle Kräfte richten unser Wachstum auf die Reifung der Persönlichkeit und der spirituellen Bewusstheit.

Dementsprechend gibt es zwei grundlegende Bewegungsrichtungen, oder Prozesse, im Körper.

#1 Der Schöpfungsprozess

Das sind auch alle Aufbaukräfte des physischen Körpers.

Die schöpferischen Kräfte werden in der Chakra-Reihe beschrieben durch die Energie, die vom Sahasrara zum Muladhara fliesst, der Geburts-Pforte.

#2 Der Reifungsprozess

Hier gibts einen wesentlichen Unterschied zur physisch-westlichen Sicht. Aus physischer Sicht hätten wir an dieser Stelle die Abbau-Kräfte, also den Alterungsprozess.

Aus feinstofflich-spiritueller Sicht haben wir an dieser Stelle einen Reifungsprozess.

Ein Reifungsprozess führt uns durch die Herauslösung aus physischen Belangen hindurch, und führt uns in die spirituelle Reife.

Spirituelles Wachstum ist eindeutig anders bewertet, als “Alterung”, oder?

Wechseljahre-spirituell-ChakraDamit ist auch teil-erklärt, warum in vielen nicht-westlichen Kulturen (die oft wesentlich spiritueller sind als wir) die Umstellung der Wechseljahre nicht als Belastung bewertet wird. Das sind ganz andere Emotionen, die hier mitschwingen.

Durch diese andere emotionale Bewertung, also die positiv aufgeladene Emotionalität wird alles anders.

Hier entfällt alles, was mit dem Stress des “Ich bin jetzt altes Eisen”-Gedanken zu tun hat. Dieser Gedanke ist schlicht Quatsch! Gewöhn dir den ab. Damit schadest du nur.

Leider fehlt in der westlichen Welt immer noch einigen die notwendige Reife, den Wert der spirituellen Reife zu erkennen.

Und nun weiter mit den Chakras und den Wechseljahren.

Wechseljahre-spirituelle-ReifeIn der Chakra-Reihe entsprechen die Prozesse der spirituellen Reife dem Weg der Chakra-Reihe vom Muladhara zum Sahasrara, der Pforte zu höheren Dimensionen.

Chakren und Emotionen

Jedes Chakra steht für eine bestimmte Emotionalität, die mit jeweils ganz bestimmten körperlichen Reaktionen verbunden ist. Das ist der Kern der Chakra-Lehre: Die Rolle der Emotionen im Körper-Geist-System.

Deshalb spreche ich hier von den Chakren, und ihrem Ausgleich. Der Ausgleich findet mit Ida und Pingala statt. Dazu gibts jetzt mehr.

#3 Der Richtungswechsel

Die Wechseljahre kennzeichnen die Phase, in welcher der Hauptenergiestrom die Richtung wechselt. Er verschiebt sich von der Manifestation zur Reifung.

Dementsprechend gehen Körperprozesse aus dem einen Bereich zurück, und Kräfte in anderen Lebensbereichen nehmen zu.

Ida und Pingala als Balancegeber

Aus yogischer Sicht verschiebt sich das Gleichgewicht zwischen Ida und Pingala. Ida und Pingala sind die beiden Hauptnadis, welche die Energien von Sonne und Mond in unserem Körper beherbergen.

Im spirituellen Reifungsprozess geben die Energien von Pingala (Sonnenenergie, Manifestation) den Energien von Ida (Mondenergie, Spiritualität) mehr Raum.

  • Schwanken Ida und Pingala ständig hin und her, d.h. verschiebt sich die Regelmässigkeit ihres Zusammenspiels, dann resultieren zum Beispiel Stimmungsschwankungen.
  • Ist gerade Pingala, die Sonnenenergie stark, resultieren Beschwerden überschiessender Aktivität wie Hitzewallungen, Unruhe, Schlafstörungen, Herzrasen.
  • Ist gerade Ida, die Mondenergie stark, dann sind es eher Kopfschmerzen, Schwindel, seltsame Appetitanwandlungen und Lustlosigkeit.

Den wirkungsvollsten Ausgleich zwischen diesen Energien stellst du mit der Wechselatmung her

Im spirituellen Reifungsprozess geben die Energien von Pingala (Sonnenenergie, Manifestation) den Energien von Ida (Mondenergie, Spiritualität) mehr Raum.Wichtig ist hierbei den Atemrhythmus so einzustellen, das auf keinen Fall Stress oder Unruhe entstehen. Davon hat der Körper bereits genug. Das muss er loswerden dürfen, damit er sein Gleichgewicht wieder finden kann. Also keine energieaktivierenden, hochintensiven Pranayamas, zum Beispiel.

Starke Unruhe und damit Stress entstehen, wenn im Verlauf der Übungen Widerwillen oder gar Atemnot entstehen. Jeder der intensives Kundalini-Pranayama praktiziert weiß genau, das man damit im Handumdrehen Schweissausbrüche herbeiführen kann, auch ohne in den Wechseljahren zu sein, und unabhängig von Geschlecht oder Umgebungstemperatur.

  1. Wichtig ist in diesem Kontext daher unbedingt einen eher sanften Rhythmus zu wählen!
  2. Man soll sein Pranayama vorrangig genussvoll arrangieren, um es möglichst lange wirklich geniessen zu können.

Die Konzentration ist wichtig

Viel wichtiger als möglichst lange Atemphasen ist unbedingt die Intensität der Konzentration während der Übung. Je intensiver die Konzentration, um so besser die harmonisierende Wirkung.

Auch hier gilt: auf keinen Fall Stress!

Der wirkt dann wieder erhitzend, und das ist in unserem Fall kontraproduktiv. Stelle die Komplexität deiner Konzentration daher so ein, dass du es gerade noch entspannt hinbekommst und die Gedanken erfolgreich auf deine Übung ausrichten kannst.

  • Aber nicht so sanft, das du anfängst „in der Gegend rumzudenken“, dann bringt die ganze Übung auch wieder nichts.

Viele schöne und unkomplizierte Anleitungen, sowie die Päckchen-Wechselatmung als intensivere Form, findest du in meiner Anleitung Gold-Silber-Yoga.

Wechseljahre und Chakras *

Die Beschäftigung mit der Wechseljahres-Symptomatik zeigt deutlich, dass die typischen Symptome Schwerpunkte in den einzelnen Chakras bilden:

  1. Muladhara: Die monatlichen Blutungen lassen nach, Schleimhäute können trocken werden, Muskelschmerzen können auftreten
  2. Swadhisthana: Lustlosigkeit, Konflikte
  3. Manipura: Hitzewallungen, Schweissausbrüche, Gereiztheit
  4. Anahatha: Herzrasen
  5. Vishuddha: Stimmungsschwankungen
  6. Ajna: Kopfschmerzen, Schwindel

Die typischen Wechseljahressymptome sind hier anhand der Chakras 1-6 angeordnet. Sahasrara befindet sich deutlich ausserhalb der physischen Welt, und findet daher keine Berücksichtigung.

So harmonisierst du in den Wechseljahren deine Chakras mit der Wechselatmung

Stehen die Symptome eines oder mehrerer konkreter Chakren im Vordergrund, dann kann die Wechselatmung auf die betreffenden Chakren ausgerichtet werden:

  • Einatmen von Links in das Chakra,
  • Anhalten im Chakra,
  • Ausatmen nach Rechts aus dem Chakra,
  • …. und zurück.

Diese Form der chakra-spezifischen Wechselatmung übe anschliessend an die allgemeine Wechselatmung, zum Ausgleich von Ida und Pingala. Das heißt, übe erst 20 Minuten einfache Wechselatmung, und dann zusätzlich 5 Minuten chakraspezifische Wechselatmung.

Ein ganz besonderes Chakra-Yoga, mit Fokus auf die Beruhigung unruhiger Hormonsituationen, findest du in diesen beiden Anleitungen:

Probiere aus und hinterlasse uns allen deine Erfahrungen hier im Blog, unterhalb dieses Artikels, als Kommentar. Danke dafür.

Wechseljahre und Yoga

Wenn dich dieses Thema näher interessiert, dann magst du sicher auch die anderen Beiträge dieser Kategorie lesen. :-)

Auf Pinterest habe ich dir eine Pinnwand zum Thema Wechseljahre und Yoga bereit gestellt, mit weiteren Tipps.

Vom Wechsel zur Inspiration

"Für Yogatherapeuten ist persönliche Erfahrung aus der Selbstbeobachtung unverzichtbar, um wirklich passende und authentische Yoga-Übungsreihen entwickeln zu können."

Wenn du dir (oder jemand anderem) eine maßgeschneiderte Yoga-Praxis zusammenstellen willst, mit der die Wechseljahre in Energie und Inspiration umwandelt werden, dann empfehle ich dir den Spickzettel.

Es geht immerhin um eine Übungsreihe, die nicht nur funktionieren könnte, sondern die tatsächlich praktiziert wird.

Da hilft nur "maßgeschneidert"! ;-)

  • Sichere Führung auf dem Weg eine eigene Yoga-Übungsreihe zu entwickeln
  • Du übst dich darin maßgeschneiderte Yoga-Übungsreihen zu entwickeln
  • Die Methode funktioniert bei allen Themen, nicht nur bei Erschöpfung.
  • Deine Übungsreihe ist nicht nur physisch sinnvoll, sondern vor allem:
    energetisch und emotional stimmig
  • Und sie unterstützt ggf. die medizinische Therapie.

Spickzettel

Achtung: Nicht für Yoga-Anfänger geeignet. Setzt Kenntnisse in Yoga voraus.

Eine Antwort für Wechseljahre spirituell: alternative Sicht auf die Reife der Menopause

  1. Gesund mit Hilfe der Wechselatmung. Bei ihr, wie man weiß, werden die Nasenlöcher abwechselnd mit den Fingern geschlossen, so dass per Reflex die Atmung vertieft und die Herztätigkeit gesteigert wird.
    Diese Reflexwirkung lässt sich aber durch bloßes Berühren der Nasenflügel mit einem Finger oder durch Anspannen der Lippen hervorrufen.
    Diese Atemlehre kann man selbstredend auch im Schlaf ohne viel Übung benutzen. Wie mit der üblichen Form der Wechselatmung überwindet man Asthma ohne chemische Keule unter Anwendung von Übungen zum Anspannen der Lippen (keine sogenannte Lippenbremse).

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