Umkehrstellungen und Augenerkrankungen sind eine sensible Kombination – je nach Augenerkrankung. Erfahre in diesem Beitrag was möglich ist, wo die Grenze ist, und was du im Einzelfall tun kannst.

Wenn du eine gravierende Augenerkrankung hast, bei der du Druck im Kopfbereich meiden sollst, dann wirst du als YogiNi früher oder Später auf die Frage stossen, wie Umkehrstellungen und Augenerkrankungen zusammen passen.

★★★ Für Eilige: Video-Zusammenfassung ★★★

FRAGE:

Da ich wegen einer Augenerkrankung keine Umkehrhaltungen machen darf, fände ich sehr schön, wenn Du bei Umkehrübungen immer auch eine im jeweiligen, thematischen Zusammenhang passende Ersatzübung nennen würdest.

Zum Beispiel kommt ja der nach unten schauende Hund sehr oft in Abfolgen vor, so auch bei der Yogastunde der Energievampire.

Was könnten Übende wie ich, die diese Asana nicht machen dürfen, als Ersatz tun?

ANTWORT:

Augenerkrankungen und Umkehrstellungen

Umkehrstellungen wie der Kopfstand und der Schulterstand sind bei bestimmten Augenerkrankungen mit Vorsicht zu geniessen. In einigen Fällen auch ganz zu unterlassen.

Dies ist genau dann der Fall, wenn die durch diese intensiven Umkehrstellungen auftretende Druckverstärkung im Kopfbereich die Augen schädigen würde.

Dies ist beispielsweise der Fall …

  • in den ersten 2-3 Monaten nach einer Augen-OP
  • bei drohender Netzhautablösung
  • bei starkem Glaukom

Wie ist das mit dem Augendruck im Hund?

Der Hund gilt in diesem Zusammenhang allgemein als unproblematisch, da lediglich das Gesäß höher ist als das Herz. Dadurch ist die Blut-Säule die angeregt durch die Schwerkraft in Kopfrichtung drängt erheblich geringer. Sie hat maximal die halbe Kraft.

In den allermeisten Fällen bist du dadurch mit dem Hund außerhalb der Gefahrenzone und kannst ihn genussvoll üben.

Der Hund ist ähnlich, wie das Bücken

Die Beine bleiben auf dem Boden, was einen erheblichen Unterschied ausmacht. Vergleiche bitte mal diesbezüglich den Hund mit Kopfstand oder Schulterstand – das ist was völlig anderes!

Bitte beachten:

Im Einzelfall, vor allem bei kritischen Fällen, ist dazu immer der behandelnde Augenarzt zu befragen. Nur der kennt die jeweilige Situation gut genug, um eine zuverlässige Auskunft zu geben. Ich kann über das Internet immer nur allgemeine Hinweise kommunizieren.

Dein Arzt, sein Yoga und die grosse Frage

Leider gibt’s immer noch viele Augenärzte, die sich nie näher mit Yoga, geschweige denn mit den durch Yoga erzielbaren Wirkungen beschäftigt haben.

Und ein seriöser Arzt – egal welcher Fachrichtung – wird niemals eine Praxis empfehlen, die er nicht gut genug kennt um sie beurteilen zu können. Deshalb kann es sein, dass er alleine aus yogischer Ahnungslosigkeit heraus davon abrät.

Um dem vorzubeugen, versorge ihn mit den Infos die er benötigt um diese Frage korrekt zu beantworten.

  1. Besorge ein Foto der Asana “der Hund” (Adho Mukha Svanasana)
  2. zeige ihm das Foto, und frage ihn, wie lange du maximal in dieser Haltung bleiben solltest.

Die Dauer des Haltens spielt eine wichtige Rolle!

Es kann gut sein, dass er sagt:

  • 1-2 Minuten sind ok, aber nicht länger.

Weil er weiss, dass kurzzeitiger Augendruck in deinem Fall keinesfalls zu Problemen führt.

Es kann auch sein, dass er sagt:

  • Wenn sie es schaffen, dann können sie 20 Minuten in dieser Haltung bleiben. Da passiert nichts.

Dann hast du freie Bahn, und kannst ungebremst weiter machen.

Aber bitte … frag deinen Arzt nach der Dauer! Das ist wichtig.

Wenn du mehr darüber wissen möchtest …

… dann ist das hier sehr interessant für dich. Hier hab ich genau zu diesem Thema wirklich wichtige und präzise Infos für dich. Direkt von einem yogischen Augenarzt!

Also von einem Augenarzt, der selbst seit vielen Jahren täglich Yoga praktiziert. Er ist seit 25 Jahren praktizierender Augenarzt mit einer 4-stelligen Anzahl von Augen-OPs pro Jahr.

In seinen Vorträgen geht Clemens (der Augenarzt) sehr klar und differenziert auf dieses Thema ein.

Eine tolle Wertschätzung für meine Arbeit ist es, wenn du sie teilst. 😍 😘 🥰