Die Frage nach dem optimalen Rhythmus für die Wechselatmung taucht immer wieder auf. Dabei ist es eigentlich total einfach …

Man kann natürlich aus allem eine Wissenschaft machen – aber ist das immer der richtige Weg? Gerade für den Wechselatmungs-Rhythmus wohl eher nicht.

FRAGE:

Bei der Wechselatmung ist mir aufgefallen, dass ich in der Ruhe einen Rhythmus von 4-8-8 habe. Wenn ich aufgeregter bin fällt mir 2-4-4 leichter.

Kann ich den Rhythmus einfach ändern, oder ist das nicht sinnvoll?

 

ANTWORT

Es ist gut, wenn die Wechselatmung so geübt wird (wie auch alles andere im Yoga), dass du dich damit vor allem sehr wohl fühlst. Und das ist durchaus jeden Tag ein bisschen anders.

Kein Mensch ist jeden Tag gleich drauf!

Wenn du dich aus einer falschen Leistungsorientierung heraus quälst, dich auf das Erreichen extern vorgegebener Ziele fokussierst, dann hast du nur irgendwann keine Lust mehr dazu, und nichts gewonnen.

Ausserdem ist das komplett am Ziel vorbei, denn Yoga ist bekanntermaßen …

“… das zur Ruhe bringen der Gedanken im Geiste …”

… und nicht Atemakrobatik oder Hochleistungsluftanhalten.

Deshalb passe den Rhythmus bitte ganz entspannt so an deine Tagesverfassung an, wie es für dich am besten passt. Nicht für deinen Lehrer, oder sonst jemand anderes.

Die supergeile Ausnahme der Adrenalin-Junkies

Wenn du es dagegen total supergeil findest einen extrem langsamen Rhythmus zu wählen, und gern mit der Atemnot dealst. Wenn du den damit verbundenen Schweissausbruch, das Sausen in den Ohren, das Flattern der Bauchdecke und den Blutdruckanstieg liebst, wenn du den damit verbundenen Adrenalinschuss willst, dann tue das.

Das klingt jetzt vielleicht ironisch, ist aber durchaus ernst gemeint.

Bei gewohntermaßen sehr intensiver Praxis kann gerade das richtig toll sein. Das kenne ich auch.

Aber diese besondere Stimmung hat man nun mal nicht immer im getressten Alltag.

Dann gelten (meist) andere Regeln. Und die wichtigste Regel von allen ist die:

  • Dran bleiben und den Spass an der Sache pflegen!

Wie ich meinen eigenen Wechselatmungs-Rhythmus wähle

Ich persönlich verzichte beim Üben übrigens komplett auf jegliche Zeitmessung, sondern folge meinen inneren Impulsen. Das verbindet mich am besten mit meinem “inneren Wesen”.

Das hilft mir sehr gut in meine Mitte zu finden.

Ich fokussiere dabei von Anfang an meine eigene Mitte – oder meinen inneren Impulsgeber in Form des Atemzentrums. Ich lasse “Es” mich atmen. Ohne zu zählen.

So ist meine Achtsamkeit zuverlässig nach innen gerichtet – statt nach aussen.

Die Konzentration auf eine Uhr wäre eine Konzentration auf etwas Äusseres – und damit genau entgegengesetzt. Und aufs Aussen will ich mich in meiner Yoga-Praxis gar nicht konzentrieren, das tu ich auch so genug.

Der beste Zeitgeber ist im Innen!

Wer einen zählbaren Zeitgeber sucht, weil er das Bedürfnis hat die Zeit zu zählen, kann sich sinnvollerweise auf seine eigenen Herzschläge konzentrieren. Damit hat man ein leicht variables Zeitmessinstrument, das immer genau mit der eigenen Befindlichkeit korreliert.

Eine Uhr leistet das nicht – wie auch. Eine Uhr ist schliesslich eine Maschine, an die ich meinen Atem gar nicht anpassen will.

Du spürst hier sicher deutlich mein eigenes Thema damit … :-) … dem Weckerzwang hab ich mich so ziemlich von Anfang an widersetzt, insbesondere bei sehr intensiver Übungspraxis. Der innere Zeitgeber passt einfach besser.

Die weiter obenen beschriebenen Erfahrungen mit dem extrem verlangsamten Wechselatmungs-Rhythmus, und dem Deal mit der Atemnot – die hab ich dabei sehr oft gemacht. Aber nur dann, wenn mir danach war – oder ist.

Der Rhythmus ist egal … ?

Es gibt übrigens in den unterschiedlichen Yoga-Traditionen sehr unterschiedliche Arten mit der Rhythmik des Pranayama umzugehen. Manche Yoga-Meister sagen: “Die Anzahl der Sekunden ist völlig egal”.

Entscheide also bitte danach, was für dich selbst am besten passt – und nicht für andere. :-)

 

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